FSPL - Commission d'Etudes - 2006 - 50 Jahre - Moniteur 2007-1

50jähriges Bestehen des "Cercle d'Etudes", resp. der "Commission d'Etudes"

Bei der Gründungs-Versammlung eines Studienzirkels über die Luxemburger Briefmarken, am 30. September 1956, hatten sich folgende Herren im Cafe Metropole-Bourse in Luxemburg eingefunden: die HH. Pütz, Wolff, Schaack, Simon, Buschmann, Colbach, Fisch, Gay, de Ghistelles, Hansen, Klein, Koetz, Rousseau, Schwachtgen und Simonis. Aus dem Ausland die HH. J. Crustin, Heusy (Verviers) und J. Diemer (Strasbourg). Entschuldigt waren die HH V. Segers (Anvers), R. Wolter aus Düdelingen, L. Wouters (Bruxelles) und R. Jansen (Münster). Der damalige Präsident der FSPL begrüsste die Anwesenden und legte die Gründe dar, welche die Gründung eines Studienzirkels notwendig machten: erfahrene Briefmarkensammler vergessen ihr philatelistisches Wissen schriftlich niederzulegen, die Literatur über luxemburgische Briefmarken war ziemlich spärlich vorhanden. Zudem waren viele darin übermittelten Aufschlüsse irrig oder überholt, vor allem aber unvollständig. Der Kampf gegen Fälschungen kann nur wirksam geführt werden, wenn alle Briefmarkenkenner sich daran beteiligen. In Wort und Bild müssen die Forschungsergebnisse dem Sammlerpublikum vorgelegt werden.

Diese und noch andere Gründe deuten das zu erstrebende Ziel der zu gründenden Arbeitsgemeinschaft an und umreissen ihr Tätigkeitsfeld: als erste Notwendigkeit, alle Kenner des luxemburgischen Markenwesens unter dem gemeinsamen Nenner "Studium" vereinigen, ihr Wissen, ihre Erfahrungen niederschreiben, Fragen gruppenweise und im Plenum diskutieren, aufklären und möglichste Sicherheit schaffen. Die Forschungsergebnisse weitgehend zur Kenntnis der interessierten Sammlerwelt bringen und das Vertrauen zu unseren Briefmarken heben und festigen.

Die neue Arbeitsgemeinschaft soll nach dem Statut der neuen Organisation den Namen "Cercle d'Etudes des Timbres Luxembourgeois" tragen -"Studienzirkel der Luxemburger Briefmarken". Der Cercle d'Etudes ist ein Organ der FSPL, ähnlich wie die Prüferkommission der FSPL, welche heute nicht mehr besteht. Um die praktische Arbeit des Cercle in Gang zu bringen, wird provisorisch ein engeres Komitee gegründet, das die verwaltungstechnische Leitung übernimmt. Herr Leon Pütz übernimmt auch den Vorsitz des Cercle. Herr J. Colbach füngiert als Schriftführer in den Vollversammlungen. Herr J.-P. Klein bearbeitet und koordiniert die Separatberichte der Studiengruppe und der Hauptversammlungen, zwecks Veröffentlichung. Es wurden drei Studiengruppen aufgestellt: die erste Gruppe bearbeitete die erste Briefmarkenausgabe 1852, Berichterstatter H. de Ghistelles; die zweite Gruppe die Wappenausgaben 1859 bis 1880, Berichterstatter H. J. Koetz; die dritte Gruppe, die modernen Ausgaben 1921 bis heute, Berichterstatter H. R. Schwachtgen.

Zur praktischen Mitarbeit, sei es in Gruppen oder auf Privatinitiative hin, haben sich desweiteren folgende Herren eingetragen: Buschmann, Colbach, Hansen, Klein, Pütz, Rousseau, Simonis und Wolff. Auf Vorschlag von Herrn Crustin wird im Prinzip beschlossen, für jedes Land, das den diesbezüglichen Wunsch ausdrückt, einen Delegierten zu bezeichnen, dessen Mission darin besteht, die Interessenten Luxemburger Briefmarken zusammenzubringen und sie als Gruppenleiter beim Cercle zu vertreten.

Eine erste Vollversammlung findet bei Gelegenheit des "Tages der Briefmarke" am 25. November 1956 im Cafe Carrefour statt.

Als Vorgeschichte des Handbuchs zur Philatelie in Luxemburg und zur Gründung des "Cercle d'Etudes", heute die "Commission d'Etudes", können wir die gesamte luxemburgische philatelistische Literatur bezeichnen, angefangen mit den Artikeln über Luxemburger Briefmarken, die im "Moniteur du Collectionneur" um 1900 zu finden sind, bis zur Veröffentlichung der Broschüre "Etudes sur les timbres-poste du Grand-Duché de Luxembourg" von Rene Muller.

Eine erste grössere, erweiterte Zusammenfassung unserer Briefmarken finden wir 1936 in der von Bernard Wolff verfassten und von der FSPL herausgegebenen Broschüre "Die Postwertzeichen des Grossherzogtums Luxemburg". 1944 folgte das "Handbuch der Briefmarkenkunde - Lieferung 16/17 Luxemburg" von Hans Rudolphi, herausgegeben vom Verein "Handbuch der Briefmarkenkunde e.V.", Berlin. Eine nicht allgemein bekannte Vorgeschichte wird aus der Zeit der Centilux kolportiert, der Ausstellung zur Hundertjahrfeier der Luxemburger Briefmarken. Einige Jahre vor dieser Ausstellung, so zwischen 1948 und 1950, war beschlossen worden, alles bis dahin Bekannte und vor allem noch Unbekannte über die Luxemburger Marken festzuhalten und auch bekannt zu machen. Zur Vorbereitung dieser Aufgabe wurden alle prominenten Luxemburger Philatelisten von der Postdirektion ins Hauptpostamt in Luxemburg eingeladen. Diese erste Zusammenkunft stand unter der Leitung des damaligen Postdirektors Emile Raus, dem die HH. Carlo Thill und Roger Fournelle beigeordnet waren. Anwesend von der FSPL waren es die HH. Louis Theisen, Präsident, und Jules Colbach, Generalsekretär, sowie die zu dieser Zeit bekanntesten Spezialisten der luxemburgischen Philatelie, wie aus den Berichten des "Moniteur du Collectionneur" zu lesen ist.

Der "Cercle d'Etudes", heute die "Commission d'Etudes" hat bis heute grosse Arbeit für die Luxemburger Philatelie geleistet, trotz verschiedener Änderungen in der Kommission seit ihren Anfängen bis zum heutigen Tag.

Die heutige "Commission d'Etudes", unter der Leitung von Fred Rischette, ist eine der aktivsten Kommissionen der FSPL. Sie besteht aus den HH Fred Rischette, Präsident und Sekretär, Robert Scholtes, Schatzmeister, Henri Barthel, Dieter Basien, Ady Christoffel, Rene Hauck, Josy Graffe, Roger Schwachtgen, Rene Muller, Olivier Nosbaum und Hans-Ulrich Doose, Mitglieder.

v.l.n.r. Roger Schwachtgen, Jos Wolff und Fred Rischette          -as-

Im Rahmen des Neujahrempfangs wurde das 50jährige Jubiläum gebührend gefeiert und zu diesem Anlass wurde Herr Roger Schwachtgen als einziges Gründungsmitglied des "Cercle d'Etudes", der heutigen "Commission d'Etudes", der heute noch Mitglied dieser Kommission ist, von Präsident Fred Rischette mit einem Geschenk und einer Ehrenurkunde geehrt.

Als Präsident der FSPL und der FIP wünsche ich der "Commission d'Etudes" auch in Zukunft den Erfolg, den sie verdient für die weiterhin für die Luxemburger Philatelie, sowie für die Philatelie in allen Kontinenten geleistete Arbeit.

-jw-